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Lage
Das Pfarrwitwenhaus liegt unmittelbar an der historischen Bäderstraße Putbus - Binz. Entfernung bis Putbus 2 km und bis Garz 8 km, von dort jeweils ca. 6 km bis zur B 96 Die historische Bäderstraße durchquert als Dorfstraße den Ort Kasnevitz. Das Gebäude ist ein ortsprägendes Bauwerk, das in Dorfmitte gelegen ist. Es befindet sich unmittelbar schräg gegenüber der Ev. Kirche. Der Ort Kasnevitz befindet sich am Randes des Biosphärenreservates Süd-Ost-Rügen. Er ist ein Ortsteil der Stadtgemeinde Putbus. Kasnevitz hat ca. 400 Einwohner.
Gebäudeart und -alter
Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Es weist eine fünfache, traufständige Baugliederung auf. Die Baukonstruktion besteht aus einer durchgängigen, einschaligen Fachwerkwand und reetgedecktenm Krüppelwalmdach. Es wurde im Stil eines rügentypischen, ländlich-geprägtem Klassizismus, als Pfarrwitwenhaus errichtet.
Bauzustand vor der Sanierung
Das Gebäude blieb in seinen wesentlichen Teilen bis zu seiner Sanierung unverändert im Bestand, so dass ein erhöhter Reparaturstau vorhanden war. Einige wichtige konstruktive Bauteile, wie der Fachwerkschwellbalken und tragende Innenwände wurden in der Vergangenheit durch physischen Verschleiß oder aus Nutzuungsgründen entfernt. Diese elementaren Eingriffe in die Statik des Gebäudes führten zu partiellen Bauteilverformungen, insbesondere beim gesamten Außenwandgefüge.
Darüber hinaus wies die konstruktive Struktur Decke-Dachstuhl ebenfalls altersbedingte Mängel auf. Das gleiche gilt für die Rohrdacheindeckung. Fenster und Türen wiesen noch überwiegend die historische Formen aus. Es sind Einfach- oder Kastenfenster, die dem Zustand des Hauses entsprachen. Das Gebäude verfügte nur über örtliche Ofenheizungen und im 1. Stock über Ölöfen. Die Schornsteinköpfe waren versottet. Sanitäre Einrichtungen befanden sich nicht im Haus.
Zustand der Hölzer:
In dem Gebäude befanden sich entsprechend der verbauten Holzmenge nur mäßige biotische Schäden. Die Hauptschädigung befand sich im Fußschschwellenbereich des Außenfachwerks. Es bestand grundsätzlich kein gefährlicher aktiver Befall an Holzschädlingen in diesem Gebäude.
Nach holzschutztechnicher Untersuchung wurde folgender Befall festgestellt: Echter-Holzschwamm: Verdacht im Fußboden NW-Ecke Naßfäule: ges. Schwelle des Außenfachwerks Weißer Porenschwamm: Begleitfund beim Kellerschwamm Kellerschwamm: Dielung in EG NW-Ecke Moderfäule: ges. Schwelle des Außenfachwerks Insektenfraß (Anobien): im Splintanteil aller Konstruktionshölzer Xestobien/Trotzkopf: in Fußschwele des Außenfachwerks und lokal in Ständerfüßen und Riegeln
Fachwerk der Außenwände:
Die Stäbe dieses Fachwerks bestehen überwiegend aus Eichenviertelhölzern. Infolge des kontinuierlichen Anwachsens des Terrains ist die Fußschwelle von Erde überdeckt worden, so dass zwangsläufig eine Zerstörung durch Fraß des Gescheckten Nagekäfers (Xestobium rufovillosum) und Naßfäulen eingetreten war. Der überwiegende Teil der Ständerfüße war ebenfalls bis ca. 10 cm. Höhe von diesen biotischen Schäden erfaßt worden. Da diese Fachwerkwand auf einzelnen Felsen gelagert wurde, sind Abschnitte der Wand durch das kontinuierliche Abfaulen nach außen gerutscht, so dass extreme Ausbauchungen entstanden waren. In großen Abschnitten wurden zu unterschiedlichen Zeiten von innen Begradigungen aus Lehmsteinen, Ziegelsteinen und Leichtbaumaterial
al gegengesetzt. Durch die unterschiedliche Setzung der beiden Wandschalen waren zwangsläufig Risse entstanden. Diese Innenschalen, die laienhaft eingebaut wurden, waren bestens geeignet, weitere Schäden an der Innenseite der Fachwerkstäbe zu verursachen. Fördernd wirkte dabei der falsch auf den Ausfachungen angebrachte Außenputz aus stark zementhaltigem Material. Dadurch wurde das Niederschlagswasser in die Fachwerkwand hineingeleitet.
Die beiden oberen Gefachreihen bestanden überwiegend aus Lehmstaken. Dieses Stakenmaterial wurde aus Knüppelholz verbaut. Durch Insektenfraß waren diese Hölzer vollständig zerstört worden, so dass sich statt der Hölzer nur noch Röhren in den Gefachen befanden.
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